Bürgerstiftung Großenlüder – eine zehnjährige Erfolgsgeschichte
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Bürgerstiftung Großenlüder – eine zehnjährige Erfolgsgeschichte

Sie lesen einen Bericht von Florian Fritzsch zur Bürgerstiftung Großenlüder und der Einweihung des Schau-Gradierwerks im Sodegarten:

Es waren sicherlich aufregende Tage für die Bürgerstiftung Großenlüder: Vor wenigen Tagen, am 17. August, konnte im Rahmen der zehnten Stifterversammlung im Lüderhaus ein kleines Jubiläum gefeiert werden. Am Sonntag, 30. August, wurde das Schau-Gradierwerk im historischen Sodegarten eingeweiht und übergeben. Maßgeblicher Akteur: die Bürgerstiftung Großenlüder!

Die Bürgerstiftung Großenlüder wurde im Jahr 2010 durch Bürgerinnen und Bürger Großenlüders, aber auch durch das Mitwirken von Unternehmen und Vereinen gegründet. Am Anfang stand eine Idee, die sich damals im Zuge der von Silvia Hillenbrand (Bürgermeisterin der Gemeinde Großenlüder in der Zeit von 2003 bis 2009) initiierten Zukunftswerkstatt entwickelte. Mit Silvia Hillenbrand und Jürgen Bien sind noch heute zwei Akteure der ersten Stunde im Stiftungsvorstand aktiv und repräsentieren die Stiftung. Die Bürgerstiftung ist eine Gemeinschaftseinrichtung, die dem Motto folgt: VON Bürgern FÜR Bürger. Bürgerschaftliches Engagement und gesellschaftliche Vorhaben werden von ihr im Interesse der Region und ihrer Bürger gefördert.

Stiftungen wirken heute auf vielfältige Weise. Sie können neben der kommunalen Daseinsvorsorge „Leuchttürme“ für Kunst und Kultur, Bildung, Wissenschaft, Naturschutz oder Forschung sein. Stiftungen leisten großes im sozialen Bereich. Unabhängig von politischen Entscheidungen können sie langfristig Verbesserungen erzielen, Strukturen aufbrechen und verändern. Jürgen Bien als Vorsitzender der Bürgerstiftung Großenlüder hat es zum Auftakt der Stifterversammlung mit einem Zitat von Erzbischof Dr. Ludwig Schick treffend auf den Punkt gebracht: „Stifter sind Menschen, die nicht `stiften´ gehen.“ Stiften ist nachhaltiger als Spenden. Wer stiftet, stellt ein Vermögen zur Verfügung, aus dem für immer und ewig Erträge erzielt werden können. So können also nachhaltig gesellschaftliche Anliegen gefördert werden.

Die Bürgerstiftung stößt aber auch eigene Projekte an: Ob die Einrichtung von Bücherschränken, die Durchführung der „Lüdischen Lausch Nacht“ oder die „Lese- und Erzählförderung“ – mit der Unterstützung und der Hilfe von zahlreichen Menschen aus Großenlüder wirkt die Bürgerstiftung in der gesamten Gemeinde. Und sie steht für jeden offen: Jeder kann mitmachen, jeder kann sich einbringen. Der Dreiklang von Geld, Zeit und Ideen steht für den Erfolg der Bürgerstiftung. In den zurückliegenden Jahren wurden mehr als 60.000 Euro an Förderungen und Hilfeleistungen erbracht. Damit wird eindrucksvoll deutlich, mit welch großem Einsatz die Bürgerstiftung mit dazu beiträgt, dass Großenlüder als liebens- und lebenswerte Kommune beständig weiterzuentwickeln. 

Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass ehrenamtliches Engagement vor allem viel Freude bringt – ob es auf der Ebene der Kommunalpolitik ausgeübt wird, in einem Verein, einer Stiftung oder einer sozialen Institution. Das Verfolgen gemeinsamer Ziele und das solidarische Miteinander sind Eckpfeiler meines Lebens. Es gilt, die solidarische Bürgergesellschaft beständig zu stärken, die ganz elementar für den sozialen Zusammenhalt und für ein Leben in gegenseitigem Respekt eintritt. Die Bürgergesellschaft Großenlüders trägt ganz entscheidend zum Wohlergehen der Bürgerinnen und Bürger vor Ort bei. Dafür möchte ich an dieser Stelle allen ehrenamtlich Tätigen von Herzen danken. Denn eines ist vollkommen klar: Die Zeit, die auf Ehrenamtsbasis investiert wird, ist unbezahlbar.

Ebenfalls auf einer Idee der Bürgerstiftung basierend ist das neue Schau-Gradierwerk im historischen Sodegarten. Initiator war Werner Leister vom Vorstand der Bürgerstiftung, der mit dem Gradierwerk das Gesamtbild des Sodegartens vervollständigen wollte. Damit ist das Lüdertal wieder um eine Attraktion reicher. Der historische Naturpark Sodegarten ist ein Platz der Geschichte, ein Platz, der die Historie und die Entstehung von Großenlüder aufzeigt. Beeindruckend war die große Resonanz, die die Einweihungsfeier hervorgerufen hat. Zahlreiche Menschen aus Großenlüder wollten sich die Inbetriebnahme des Gradierwerks nicht entgehen lassen. Mit seinen lebendigen Ausführungen hat Werner Leister auf die Salzgewinnung im Siedeverfahren verwiesen, die Entstehung des Gradierwerks von der Planung bis zum Bau Revue passieren lassen und den Verbau der unzähligen Schwarzdornzweige dargestellt. Mit dem Schau-Gradierwerkt, das auch in den Schulunterricht der Lüdertalschule eingebunden werden soll, wird eine Verknüpfung von Brauchtum und Tradition auf der einen Seite und Gegenwart auf der anderen Seite geschaffen. Oder getreu nach Theodor Heuss, dem ersten Bundespräsidenten der Bundesrepublik Deutschland: „Nur wer weiß, woher er kommt, weiß, wohin er geht.“

Die Bürgerstiftung engagiert sich nachhaltig und dauerhaft für das Gemeinwesen, sie setzt sich fördernd und operativ für das Gemeinwohl ein und ist damit sein zehn Jahren ein unverzichtbarer Baustein in der gemeindlichen Architektur. Großenlüder kann froh und dankbar sein über die Entwicklung dieser anfänglich geäußerten Idee, die heute in einem breiten Spektrum des regionalen Lebens wirkt. 

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