Großenlüder ist klimagerecht
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Großenlüder ist klimagerecht

Klimaschutz und Anpassung an den Klimawandel sind Risiko und Chance zugleich: Risiko für bestehende Infrastrukturen und Gebäudebestände und damit für den kommunalen Haushalt, vor allem aber Motor für die Verbesserung der Umwelt- und Lebensqualität in Großenlüder. 

Alle Investitionen und Maßnahmen in der Gemeinde Großenlüder sollen sich positiv auf das Klima, den Klimaschutz, die Umwelt, den Umweltschutz und den Artenschutz auswirken. Mit diesen Investitionen und Maßnahmen will ich dafür sorgen, dass Lebensgrundlagen erhalten und geschützt werden sowie der CO2- und Treibhausgasausstoß deutlich reduziert wird.

Ich möchte mehr Grün wagen.

Das Wohlbefinden und die Lebensqualität der Einwohnerinnen und Einwohner Großenlüders stehen an erster Stelle – Einschränkungen für die Gesundheit und die Lebensbedingungen der Einwohnerinnen und Einwohner sind entschieden entgegenzuwirken.

Mein Ziel: Großenlüder wird eine klimagerechte Gemeinde, und zwar durch:

  • die Ausübung der kommunalen Vorbildfunktion für die Bürgerschaft und private Investoren im Bereich des Klimaschutzes und der Klimaanpassung 
  • das Anstoßen und Verstetigen eines gemeinsamen Diskussions- und Entscheidungsprozesses bezüglich der Integration von Klimaschutz und Klimaanpassung 
  • die Fortentwicklung und konsequente Umsetzung des Klimaschutzkonzeptes 
  • den Ausbau erneuerbarer Energien 
  • die Entsiegelung befestigter Flächen – „mehr Grün wagen!“ 
  • die Bewahrung und Förderung der Biodiversität (blühende Gärten, insektenfreundliche Bepflanzung und vieles mehr)
  • die Verankerung eines Klimaschutzbeauftragten in der Verwaltung 
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  • Sehr geehrter Herr Fritzsch, wie soll man das verstehen „einen Klimaschutzbeauftragten in der Verwaltung zu verankern“. Wollen Sie etwa einen neuen Dienstposten schaffen?
    Ich habe den Eindruck als wenn Sie, wie eine Menge anderer Leute, nach jahrelanger Gehirnwäsche mit dem Klimaunsinn nicht unterscheiden zwischen Klima und Wetter. Ich empfehle Ihnen dringend sich die Webseite http://www.derwettermann.de/ mal zu Gemüte zu führen.
    Das s.g. Klima ist nichts weiter als eine statistische Größe. Wie bitteschön wollen sie etwas schützen was durch 30 Jahre durchschnittliches Wetter mit all seinen Erscheinungen an irgendeinem Ort oder einer Region definiert ist?
    Zudem sollten Sie sich nicht mit Forderungen der Grünen abgeben, oder hat die SPD nichts auf Lager.
    Neue Kosten und Wohltaten braucht unsere Gemeinde nicht.
    Den Ausbau der s.g. erneuerbaren Energien sollten Sie auch gleich vergessen. 1. Die Sonne scheint nur Tagsüber 2. Der Wind weht wann er will und nicht wenn wir den Strom gerade benötigen.
    Schauen Sie bitte auf die nachfolgende Seite
    https://www.agora-energiewende.de/service/agorameter/chart/power_generation/03.07.2020/06.07.2020/
    Sie können dort jeden beliebigen Zeitraum anzeigen lassen.
    Sie werden mit minimalen Physikalischen Kenntnissen sehen, dass ohne konventionelle Kraftwerke das Licht schnell ausgehen kann. Und das Netz braucht 50 Hertz schon geringe Abweichungen 2% kassen die Lichter verlöschen. Abgesehen davon verschandeln und zerstören Windräder die Natur schreddern Vögel lassen Fledermäusen die Lungen platzen,
    vernichten jedes Jahr Insekten im Kilotonnenbereich.
    Kommen Sie auf den Boden der Tatsachen, dann werden Sie wählbar.
    Gerne erwarte ich Ihre geschätzte Antwort
    Viele Grüße aus Bimbach
    Wolfgang Traupe

    • Sehr geehrter Herr Traupe,

      vielen Dank für Ihre Kommentierung meiner Ziele für Großenlüder in der Rubrik „Großenlüder ist klimagerecht“. Ihre Ausführungen und auch Verlinkungen habe ich mit großem Interesse zur Kenntnis genommen.

      Natürlich ist mir der Unterschied zwischen Wetter und Klima bekannt. Der von Ihnen ins Feld geführte „Wettermann“ Dipl.-Meteorologe Dr. phil. Wolfgang Thüne ist sicherlich ein Fachmann auf seinem Gebiet. Wie ich dessen Vita entnehmen konnte, hat ihn seine berufliche Laufbahn auch zum Deutschen Wetterdienst (DWD) geführt. Dieser Deutsche Wetterdienst hat gemeinsam mit weiteren fünf namhaften Organisation eine Faktensammlung zu heute in der Klimaforschung unumstrittenen Wissen veröffentlicht – von seinen naturwissenschaftlichen Grundlagen, den Folgen in Deutschland und auf der ganzen Welt bis hin zu den in Paris vereinbarten Zielen. Neben dem DWD waren das Deutsche Klima-Konsortium, die Deutsche Meteorologische Gesellschaft, der Extremwetterkongress Hamburg, die Helmholtz-Klima-Initiative und klimafakten.de beteiligt, die die wichtigsten wissenschaftlichen Erkenntnisse zum Klimawandel zusammengefasst haben: „Was wir heute übers Klima wissen – Basisfakten zum Klimawandel, die in der Wissenschaft unumstritten sind“ (https://www.dwd.de/DE/klimaumwelt/aktuelle_meldungen/200910/dkk_faktensammlung.pdf?__blob=publicationFile&v=2)

      Das Faktenpapier belegt, dass die gegenwärtige globale Erwärmung von circa einem Grad gegenüber der vorindustriellen Zeit eine Tatsache und menschliches Handeln der Hauptgrund ist. Der Klimawandel richtet bereits große Schäden an, wirksamer Klimaschutz ist dringlicher denn je. Für künftige Risiken müssen wir uns wappnen und uns an unvermeidbare Folgen anpassen. Die Menschheit hat es immer noch in der Hand, die globale Erwärmung auf deutlich unter zwei Grad oder gar eineinhalb Grad zu begrenzen, wie im Pariser Klimaabkommen vereinbart, und damit das Risiko unkalkulierbarer Folgen erheblich zu verringern.

      Die sechs genannten Organisationen bringen fünf Kerninfos in nur 20 Worten unter:

      „1. Er (der Klimawandel) ist real.

      2. Wir (die Menschen) sind die Ursache.

      3. Er (der Klimawandel) ist gefährlich.

      4. Die Fachleute sind sich einig.

      5. Wir können noch etwas tun.“

      Der letzte Punkt ist Ansatz meiner Überlegungen zu den von mir genannten Zielen. Die Städte und Gemeinden wie auch die Landkreise nehmen bei der Umsetzung der Umweltpolitik eine wichtige Stellung ein. Sie errichten und verwalten die wirtschaftliche, soziale und ökologische Infrastruktur und gestalten kommunale Umweltpolitik. Zudem sind sie als die Verwaltungsebene, die den Bürgerinnen und Bürgern räumlich und fachlich am nächsten ist, gefordert, die Bevölkerung zu verschiedenen Umweltthemen zu informieren und zu mobilisieren und durch beispielgebendes Handeln für diese ein Vorbild zu sein. Ich gehe sogar noch einen Schritt weiter und sage: Die Städte und Gemeinden müssen die Triebfedern sein, wenn es darum geht, sich den zentralen Zukunftsthemen zu widmen. Aus meiner Sicht sind das vor allem der Klimaschutz und die Anpassung an den Klimawandel. Sie müssen der Motor für die Verbesserung der Umwelt- und Lebensqualität in Großenlüder sein. Und dafür braucht es Kompetenz, die ich gerne in Form eines Klimaschutzbeauftragten in der Gemeindeverwaltung Großenlüder implementieren möchte. Es ist mir bewusst, dass jede zusätzliche Stelle in der Verwaltung mit jährlichen Kosten verbunden ist, die es im Haushaltsplan abzudecken und zu erwirtschaften gilt. Wie auch bei dem Thema der Digitalisierung kann ich mir aber gut vorstellen, im Rahmen einer interkommunalen Zusammenarbeit mit den benachbarten Kommunen die Kosten auf mehrere Schultern zu verteilen bzw. im Rahmen eines zeitlich befristeten Projektes die Tätigkeiten eines Klimaschutzbeauftragten auszuschreiben.

      Der Klimawandel und der damit verbundene Klimaschutz sind die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts und als gesamtgesellschaftliche Aufgabe sind die Menschen dazu aufgerufen, Ihr möglichstes zu tun, um die ambitionierten Klimaschutzziele der Europäischen Union und der Bundesrepublik Deutschland zu erreichen. Ein Klimaschutzbeauftragter (m/w/d) soll maßgeblich mit der Umsetzung der Maßnahmen des gemeindlichen Klimaschutz- und Biodiversitätskonzeptes betraut werden. Zusätzlich soll eine Überwachung der Entwicklungen in der gesamten Gemeinde hinsichtlich energetischer Daten und Treibhausgase installiert werden. Er ist Ansprechpartner und Vermittler für Bürgerinnen und Bürger, Unternehmen, Verbände, Vereine und Institution, wenn es um Fragen des gemeindlichen Klimaschutzes geht.

      Notwendig sind dauerhafte und tiefgreifende strukturelle Veränderungen in allen Bereichen der Gesellschaft – vom Energiesystem über Landnutzung bis hin zur Infrastruktur. Je später diese Veränderungen beginnen, desto schwieriger wird es, den Klimawandel zu bremsen und unumkehrbare Veränderungen zu vermeiden. Die Herausforderungen des Umwelt- und des Klimaschutzes dürfen nicht als Bedrohung wahrgenommen werden. Sie sind als Chance zu begreifen.

      In diesem Zusammenhang möchte ich auf die Erneuerbaren Energien zu sprechen kommen:

      Das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE hat Anfang Juli Daten zur öffentlichen Nettostromerzeugung für das erste Halbjahr 2020 vorgestellt. „Mit einem Anteil von 55,8 Prozent an der Nettostromerzeugung zur öffentlichen Stromerzeugung – also dem Strommix, der aus der Steckdose kommt – stellten die erneuerbaren Energien einen neuen Rekordwert auf. Im Februar lag ihr Anteil sogar bei 61,8 Prozent. Solar- und Windenergieanlagen speisten gemeinsam 102,9 Terawattstunden (TWh) in das öffentliche Netz ein, gegenüber 92,3 TWh im ersten Halbjahr 2019. Die Stromproduktion aus Kohle ging dagegen stark zurück: der Anteil der Braunkohle sank auf 13,7 Prozent, Steinkohle kommt nur noch auf 6 Prozent. Die Windenergie war mit einem Anteil von 30,6 Prozent erneut stärkste Energiequelle.“

      Fotovoltaikanlagen speisten im ersten Halbjahr ca. 27,9 TWh in das öffentliche Netz ein, eine Steigerung von 11,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr (25,1 TWh). Die Solarstromanlagen profitierten dabei von den günstigen Wetterverhältnissen, die von April bis Juni jeweils mehr als 6 TWh Stromproduktion pro Monat erlaubten. In der Gemeindevertretung hat sich die SPD-Fraktion unter meiner Führung dafür eingesetzt, dass die Verwaltung ernsthaft überprüft, welche Dächer von gemeindlichen Liegenschaften sich für die Installation von Solaranlagen eignen. Seitens der Gemeindeverwaltung wurde eine Auflistung derjenigen gemeindlichen Liegenschaften vorgelegt, die bereits bei der Installation von Fotovoltaikanlagen berücksichtigt wurden. Darüber hinaus wird ersichtlich, welche Gebäude nicht geeignet sind und welche Gebäude aufgrund einer Sanierung/eines anstehenden bzw. derzeit getätigten Neubaus noch in eine zukünftige Überprüfung aufgenommen werden können. Jüngstes Beispiel für die Installation einer Photovoltaikanlage ist der neue Kindergarten in Bimbach (Jahnstraße/Am Hädenberg). Die für die Wärmepumpe benötigte Antriebsenergie wird durch eine Solarstromanlage gewonnen, wodurch ein überaus klimaeffizientes Gebäude entstehen wird. Großenlüder und die Verwaltung haben eine Vorbildfunktion für die Bürgerschaft und die Gewerbetreibenden. Es darf nicht eine bloße Vision bleiben, Großenlüder langfristig klimaneutral aufzustellen. Daher will ich mit einem „Masterplan 100 Prozent Klimaschutz“ aufzeigen, wie in Großenlüder ein Großteil des Energiebedarfs eingespart und der verbleibende Anteil aus regenerativen Energien gedeckt werden kann. Der Ausbau erneuerbarer Energien muss dabei wie im genannten Beispiel vorangetrieben werden.

      Die Windenergie produzierte in der ersten Jahreshälfte 2020 ca. 75 TWh und lag damit etwa 11,7 Prozent über der Produktion im ersten Halbjahr 2019 (67,2 TWh). Durch die zahlreichen Winterstürme stieg ihr Anteil im Februar sogar auf 45 Prozent der Nettostromerzeugung. Bezüglich der Windenergie und der in diesem Zusammenhang notwendigen Errichtung von Windrädern teile ich Ihre vorgetragenen Bedenken. In der Regionalplanung sind als Vorranggebiete Windenergie auf der Gemarkung der Gemeinde Großenlüder allerdings auch nur zwei Bereiche ausgewiesen:

      – Großenlüder-Eichenau, östlich des Strangelsbergs (mit einer Fläche von 189 ha);

      – Großenlüder-Kleinlüder bzw. Großenlüder-Bimbach, Steinerne Platte, Schnepfenwald (mit einer Fläche von 247 ha).

      Eine grobe Übersicht ist in der Grafik unter nachfolgendem Link einsehbar: http://rpkshe.de/teilregionalplan-energie/TRPN17_SUED_2750.pdf

      Dem Prozess, in dem aus den Suchräumen die endgültigen regionalplanerisch abgewogenen Vorranggebiete für Windenergienutzung ermittelt worden sind, lagen diverse Prüfschritte im Vorfeld zugrunde. Dabei sind insbesondere die naturschutz- und forstfachlichen Beurteilungen sowie die Landesgutachten zu Avifauna (-> Als Avifauna wird die Gesamtheit aller in einer Region vorkommenden Vogelarten bezeichnet. Der Name leitet sich von den lateinischen Wörtern avis „Vogel“ und Fauna „Tierwelt“ ab.) und Fledermäusen, ergänzt um das Avifauna-Konzept des Regierungspräsidiums Kassel als Obere Naturschutzbehörde, entsprechend dem Leitfaden „Berücksichtigung der Naturschutzbelange bei der Planung und Genehmigung von Windkraftanlagen in Hessen“ berücksichtigt worden.

      Für die Umsetzung von Windkraftanlagen bleibt dennoch festzuhalten: Unabhängig davon, ob im Regionalplan (oder den Flächennutzungsplänen der Kommunen) Vorranggebiete für Windenergienutzung ausgewiesen sind, sich solche Pläne im Aufstellungsverfahren befinden oder keinerlei flächenmäßige Steuerung vorgesehen ist, können und dürfen Windräder „nicht einfach so“, das heißt unkontrolliert gebaut werden. Generell bedürfen die Errichtung und der Betrieb von Windenergieanlagen mit einer Gesamthöhe von mehr als 50 Metern einer Genehmigung nach dem Bundes-Immissionsgesetz (BImSchG). Die Öffentlichkeit ist zu beteiligen, wenn entweder 20 oder mehr Windkraftanlagen in einem Windpark durch den gleichen Betreiber beantragt werden oder eine Umweltverträglichkeitsprüfung durchzuführen ist. Eine solche Prüfung ist erforderlich, wenn das Vorhaben erhebliche nachteilige Auswirkungen auf die Umwelt haben kann. Dies ist immer dann der Fall, wenn die Größe der Windfarm 20 Windkraftanlagen erreicht bzw. überschreitet. Und in diesem Genehmigungsverfahren sind die Belange der Gemeinde Großenlüder deutlich zum Ausdruck zu bringen.

      Als Fazit zu den Erneuerbaren Energien bleibt dennoch festzuhalten, dass deren Anteil an der gesamten Bruttostromerzeugung im ersten Halbjahr 2020 erstmals über 50 Prozent lag. Die Bruttoerzeugung enthält auch die Eigenerzeugung der Industrie (Betriebe im verarbeitenden Gewerbe sowie im Bergbau und in der Gewinnung von Steinen und Erden) sowie die internen Verluste der konventionellen Kraftwerke. Daher sind auch in Großenlüder Vorhaben zur Nutzung Erneuerbarer Energien zu unterstützen und voranzutreiben.

      Von meinem Vater habe ich dabei gelernt, Haltung und Überzeugung zu entwickeln und zu vermitteln. Ich will daher mit den Menschen in Großenlüder „Natürlich miteinander – miteinander natürlich“ an der Verbesserung unserer Lebensgrundlagen arbeiten. Das Wohlbefinden und die Lebensqualität der Bürgerinnen und Bürger Großenlüders müssen hier und heute, aber auch in Zukunft an erster Stelle stehen. Daher will ich mich mit Nachdruck den zentralen o. g. Zukunftsthemen widmen.

      Ich hoffe, dass ich für Sie trotz und/oder aufgrund dieser Ausführungen „wählbar“ bin. Ich wünsche mir, dass Sie meine Intentionen verstehen. Gerne stehe ich für einen persönlichen Austausch mit Ihnen zur Verfügung. Sie können sich gerne per E-Mail (kontakt@florian-fritzsch.de) an mich wenden.

      Der kürzlich verstorbene Hans-Jochen Vogel (gestorben am 26.07.2020) hat es auf den Punkt gebracht: „Man muss von Politikern erwarten können, dass Wort und Tat übereinstimmen.“ Dem versuche ich – nicht nur in der momentanen Situation eines Bürgermeisterwahlkampfes – nachzukommen.

      Herzliche Grüße

      Ihr Florian Fritzsch

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